12.07.2013 | Dresden, AWO-Wohnheim

Als wir Mitte Juni gefragt wurden, ob wir beim Sommerfest des AWO-Behindertenwohnheimes für geistig- und körperlich behinderte Kinder auftreten würden, gab es für uns nur eine Antwort: Wir spielen! Es ist sehr schwer, all unsere Eindrücke von diesem Tag in einem kurzen Bericht zusammenzufassen. Wir sprachen viel mit den Betreuern und den Bewohnern, die eine unsagbare Dankbarkeit ausstrahlten. Ein kleines Mädchen zeigte uns sogar stolz ihr Schulzeugnis und erzählte uns etwas über den Alltag im Wohnheim. Man merkte bei diesem Auftritt sehr stark, dass Musik etwas magisches haben muss und ganz egal mit welcher Behinderung man zu kämpfen hat, durch die Musik Gefühle wach werden. Behinderte Menschen nehmen diese Gefühle noch intensiver wahr. Viele versuchten zu schaukeln, zu tanzen und mitzusingen, obwohl sie gelähmt im Rollstuhl saßen. Es war unglaublich schön für uns diese Momente als Musiker erleben zu dürfen.  Aber nun zum genauen Ablauf des Tages: Gegen 14 Uhr trafen wir uns bei Micha, der nur einen Katzensprung von der Lokalität entfernt wohnt, um die Bandtechnik zum Behindertenwohnheim zu bringen. Gefahren wurden wir von einer guten Freundin der Band, die sich trotz Magen-Darm-Grippe bereit erklärte unsere Technik zu fahren. Vielen Dank dafür! Auch Micha war gesundheitlich etwas angeschlagen. Er hatte vormittags eine Zahnoperation und kämpfte noch mit der Betäubung. Zusätzlich plagte unseren Gitarristen eine Sehnenscheidenentzündung, die ihn aber natürlich nicht davon abhielt, aufzutreten. Nach dem Technikaufbau und kurzem Soundcheck, gab es eine kurze Begrüßung durch die Heimleiterin und dann waren wir an der Reihe. Doch schon beim vierten Lied riss Micha eine Gitarrensaite und wir mussten das Programm beenden um neue Saiten aufzuziehen. Das Bühnenprogramm übernahm kurzerhand ein Zauberer, der eigentlich erst nach unserem Auftritt das Publikum unterhalten sollte. Nach seinem etwa 45-minütigen Auftritt, machten wir uns bereit, um unser Programm fortzuführen. Vorher wurde noch ganz offiziell der neue Kletterberg für die Heimbewohner eröffnet. Gegen 18:30 beendeten wir das Programm, damit die Besucher des Sommerfestes in Ruhe zum Grill gehen konnten um sich ihr Abendbrot zu sichern. Ein schöner Tag geht zu Ende und wir sind immer noch völlig sprachlos und müssen diese ganzen Erlebnisse nun erst einmal sacken lassen. Wir danken an dieser Stelle ganz besonders der Heimleitung für die Einladung, den vielen Besuchern und den anwesenden Puhdysfans für die tolle Stimmung nicht zuletzt unserer Freundin Selina, die während unseres Auftrittes jede Menge Bilder machte, CDs und Buttons für uns verkaufte und auch neue Saiten auf der Gitarre aufzog. Wir wünschen den Besuchern und vor allem den Betreuern und den Bewohnern alles Gute und würden uns sehr freuen, mal wieder dabei sein zu dürfen.

 

SETLIST: Intro, Alles nur geklaut, Acht Wochen, Paradies, Dresden-Blues, Hiroshima, Junimond, Eigentlich Urlaub, An den Ufern der Nacht, Marmorstein und Eisen bricht, Lied für Anja, Apfeltraum, Outro